FREIWILLIGE FEUERWEHR MAGDEBURG- ROTHENSEE

seit 125 Jahren einsatzbereit, für Ihre Sicherheit...

Unsere Geschichte

Vorgeschichte zum Stadtteil Rothensee


- erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1176,
- bis zum 13. Jahrhundert lag Rothensee östlich der Elbe,
- um 1300 verlagerte sich die Elbe weiter nach Osten, seitdem liegt Rothensee linksseitig der Elbe,
- mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde Rothensee durch eingewanderte Holländer eingedeicht,
- dauernde Hochwasser durch Elbe Mäander 1785, 1788 und 1845,
- letzte Deichveränderung nach Anlegen des Industriegeländes Anfang des 20. Jahrhunderts.

Vorgeschichte zum Entstehen der Wehr

Erste Überlegungen nach der "Kurfürstlichen Feuerverordnung von 1775 und Burggraf zu Magdeburg".

§1 ... sind Feuergeräte für jedes Gut und Haus anzuschaffen, dazu eine tüchtige Laterne, einen ledernen Eimer, 2-12 ellenlange Stangen, an jedem 5. Haus eine Leiter.
Im Sommer 2 Fass Wasser (1x auf dem Boden, 1x vor dem Haus), im Winter sind diese im Keller abzustellen.

§2 In Dörfern sind Spritzen und Sturmfässer anzuschaffen.
In entlegenen Dörfern sind größere Feuergeräte zu umzäunen und auf genossenschaftliche Kosten anzuschaffen.

§3 Es ist zahlreich Spann-Vieh bereitzustellen und möglichst ein inmitten des Dorfes gelegener Schuppen zur Aufbewahrung der Feuergeräte zu erbauen.

§4 Junge, starke und vernünftige Männer sind zu Spritzenmeistern zu bestellen.

Es bildeten sich Mitte des 19. Jahrhunderts Gemeinschaften aus Handwerkern und Bauern als Brandwehren.
Handwerker waren Wagner, Zimmerleute, Böttcher, Schmiede, Schirrmacher, von den Bauernhöfen wurden Söhne und Knechte angeworben. Dazu gesellten sich die Turner aus Ortschaften (Freiwillige Turner Feuerwehr).

In einer weiteren Feuerverordnung von 1750 heißt es wörtlich:

In jeder Gemeinde sind gewisse Personen zu bestellen, welche sich bei entstehenden Feuer sofort mit den benötigten Instrumenten zum Löschen an dem Ort, wo die Feuersgefahr vorhanden, begeben und das Erforderliche zutragen oder zuzuführen helfen."

All diese Vorkommnisse, Gesetzte und Feuerverordnungen tragen dazu bei,
dass am 13.07.1894 die Freiwillige Feuerwehr (Magdeburg-) Rothensee gegründet wurde.

Handwerker, Bauern und Gewerbetreibende trafen sich in einer Gaststätte und bestellten den Brandmeister, den Kunstmeister, die Spritzenmänner und den Steiger.
Das war die eigentliche Gründung der Feuerwehr, vorher wurden Begriffe wie Brandwehr oder Spritzenkommando gebraucht.
Die Anfangsstärke soll 16 Burschen betragen haben.
Über Geräte, welche angeschafft wurden, außer die entsprechend der Feuerverordnung vorhanden und im Brandfall von den Höfen und Häusern zur Brandstelle gebracht werden mussten, ist wenig bekannt.
Für die Bekleidung war jeder selbst verantwortlich.

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Der Feuerwehrgeräteschuppen oder auch das Spritzenhaus lag in der Nähe der Pfarrei, der Schule und dem Bauernhof Gerloff unweit der Krugstrasse. Ein Teil der Gerätschaften wurde zentral untergebracht. Regelmäßig finden Unterweisungen und Ausbildungen statt.

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Rothensee war 1908 zur Stadt Magdeburg eingemeindet wurden und unterlag der Gerichtsbarkeit der Stadt. Aus dem Verwaltungshaushalt ist zu entnehmen, dass Rothensee zu den sechs Vorort- Feuerwehren gehörte, die dem Zug 3 - Neustadt - der Berufsfeuerwehr Magdeburg unterstanden. Die Uniform entsprach den für Preußen geltenden Bestimmungen:
Sie bestand aus einem gepolstertem Helm, einer Jacke und einem Steiggurt.
In jedem Vierteljahr fand eine Übung unter Leitung des Ortsbrandmeisters statt. Jährlich wurde eine Hauptübung durchgeführt, an der der Wachvorsteher der Berufsfeuerwehr teilnahm.

Stärke der Feuerwehr Magdeburg-Rothensee:
1 Ortsbrandmeister,
3 Oberfeuerwehrmänner ( 1 Oberfeuerwehrmann als Stellvertreter des Ortsbrandmeisters),
1 Brunnenmeister,
36 Feuerwehrmänner,

Geräte der Feuerwehr Magdeburg- Rothensee:
2 Handruckspritzen
1 großes Wasserfass mit Kübel
1 Gerätewagen (pferdebespannt)
2 große Anstellleitern
3 Feuermeldestellen

Gleichzeitig wurden acht Wasserfahrer bestellt, welche bei Feuer mit Pferden und Schirrzeug zum Spritzenhaus zu fahren hatten.
Zu den Feuern der Vororte rückte die Berufsfeuerwehr nur in den Fällen aus, in denen die Ortsfeuerwehr nicht Herr der Lage zu werden vermochte.

Der erste Weltkrieg brach aus...
Die Freiwillige Feuerwehr Rothensee hatte einen hohen Blutzoll zu beklagen. Neun Kameraden kehrten nicht aus dem Feld zurück. Elf wurden so erheblich verwundet, dass sie nicht mehr zum Feuerwehrdienst fähig waren.

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Nach den kriegsbedingten Verhältnissen bildeten sich langsam wieder Feuerwehrgruppen.
Mit Hilfe der FF Hohenwarte und mit Beginn der Industrialisierung
(Zinkhütte, Großgaserei, Großkraftwerk) entstand die FF Rothensee neu als Pflichtfeuerwehr.
Die Weltwirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Verarmung der Kommunen ließen eine Neuanschaffung von Geräten nur zögernd zu. Zum Bestand dazu kam jedoch eine moderne Handdruckspritze.

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Die Feuerwehr Rothensee war mit den notwendigen Löschgeräten ausgerüstet. Sie ist die stärkste Vorortfeuerwehr. 16 Feuerwehranwärter werden durch den Branddirektor Weinreich vereidigt.
Die Wehr zählt 38 aktive Feuerwehrmänner. Die Bezeichnung der FF Rothensee lautete ab.

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Feuerlöschpolizei-Löschzug-Rothensee
Die Wehr wurde mit Uniformen und Helmen mit Kamm ausgerüstet.
Mit dem Bau des Verkehrsschwerpunktes Rothensee (Bahn-Wasser-Straße), der BRABAG- und der Junkerswerke gehörte Magdeburg-Rothensee zum größten, industriellen Aufbaugebiet Magdeburgs.
Zum größten Teil übernahm die Berufsfeuerwehr den Brandschutz der übrigen Gemeinde Rothensee.
Die Rothenseer Wehr hatte Luftschutzhelfer für den Ernstfall, der dann auch 1939 eintrat, auszubilden.

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Nach mehreren Luftangriffen durch englische und amerikanische Bomber wurde die
Feuerwehr Rothensee wieder mit technischem Material ausgerüstet (Motorspritze, Schlauchkarren).
Die Geräte waren im Bericht der Junkerswerke untergebracht, weil im Geräteahaus Krugstraße keine Unterstellmöglichkeiten waren.
Die FF Rothensee gehörte zur Feuerwehrbereitschaft 2, einschließlich der Werksfeuerwehr im Bereich Rothensee.

Die Ausrückegrenzen deckten sich mit der noch heute gütigen:
Norden: Stadtgrenze
Westen: Eisenbahnlinie
Süden: Rothenseer- und Stendaler Straße
Osten: Elbe, Hafengelände

Um den immer spürbaren Personalmangel mildern zu können, (viele Feuerwehrleute waren zur Wehrmacht eingezogen wurden) wurden seit 1943 Frauen zwischen 17 und 40 dienstverpflichtet und den Löschbereitschaften zugeordnet. Gleichzeitig mussten die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, als Feuerwehr-HJ, Dienst am Gerät verrichten oder wurden als Melder eingesetzt.
Bei zehn Bombenangriffen im Industriegebiet von Februar bis Oktober 1944 kamen 1556 Menschen ums Leben, ca. 2400 wurden verletzt. Es starben auch 6 Feuerwehrfrauen und -männer, mehrere wurden verletzt. Beim schwersten Angriff am 05.08.1944 wurde das gesamte technische Material der Feuerwehr Rothensee vernichtet. Zwei Kameraden wurden bei dem Angriff in der Nähe des Gerätehauses getötet.

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Nach Kriegsende und Demontage einiger Betriebe in Rothensee, speziell ehemaliger Rüstungsbetriebe, kam es zum Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr.
Alte und junge Kameraden versuchten speziell bei Bränden und Havarien mitzuwirken.
Die Betriebsfeuerwehren im Rothenseer Bereich entwickelten sich schneller als die örtlichen Wehren. Diesen fehlte es an Geräten und Fahrzeugen.
Die Unterkunft war mehr als mangelhaft und wurde zeitweise gleichzeitig auch als Wohnraum genutzt. 

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Mit Hilfe der Kameraden und nach Bereitstellung eines Zwei-Tonnen-Pritschenwagens vom Typ Opel-Blitz und einer Einheits-Tragkraftspritze verbesserten sich die Einsatzmöglichkeiten. Der Opel-Blitz bestand aus Fahrgestell, Motor und Führerstand, der Aufbau erfolgte durch die Angehörigen der Feuerwehr. Dieses Fahrzeuge und die Geräte waren noch aus Kriegsbeständen.

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Das Brandschutzgesetz wurde verabschiedet. Dieses Gesetz trug zu einer qualitativ verbesserten Leistung der Feuerwehren bei.

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Die Feuerwehr hatte sich mannschaftlich stabilisiert. Das Geräteproblem stand wie eh und je.
Nachdem in den 60- ziger Jahren ein Fahrzeug LF 16 (Typ S 4000) zur Verfügung gestellt wurde gab es neue Probleme. Es waren Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr und es gab keine Unterstellmöglichkeiten.

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Auf Initiative der damaligen Wirkungsbereichsleitung und der damaligen Wehrleitung wurde am Gerätehaus in der Krugstraße in Eigenleistung ein Garagentrakt angebaut. 



Mit der Alarmierung gab es Schwierigkeiten. Kein Telefon war vorhanden und die Sirenen heulten auch nur selten mit voller Lautstärke. Nur der Wehrleiter verfügte über einen Telefonanschluss, wohnte aber fast zwei Kilometer vom Gerätehaus entfernt.


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Es gab spürbare Verbesserungen im Geräte- und Fahrzeugbestand. Der FF Rothensee wurde ein Fahrzeug aus Neuproduktion, ein Robur LF 8/TS 8 mit Schlauchtransportanhänger (STA) zur Verfügung gestellt. Das Inkrafttreten eines neuen Brandschutzgesetzes im Dezember 1974 förderte den vorbeugenden Brandschutz. Auch Frauen versahen wieder ihren Dienst in der Feuerwehr.

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Mit dem Neubau eines Gerätehauses in der Forsthausstraße wurde eine Verbesserung auf dem Gebiet der Ausbildungsmöglichkeiten erreicht. Auch dieses Gebäude wurde fast ausschließlich von den Angehörigen der Feuerwehr errichtet. Der Bau wurde nie vollkommen abgeschlossen, weil von den damaligen Behörden immer wieder Investitionen nicht genehmigt oder das Material anderweitig vergeben wurde. Das Gerätehaus bleibt ein Provisorium.
Der Mannschaftsbestand wächst ständig. Die Gruppen des vorbeugenden Brandschutzes leisten im Wohngebiet gute Arbeit. Der Anteil der Kameradinnen wuchs.
Es bildeten sich eine Arbeitsgruppe "Junge Brandschutzhelfer" und eine Sportgruppe im Frauenbereich für den Feuerwehrkampfsport.
Außerdem wurde ein neues Fahrzeug, ein LF 8/TS 8/TSA zur Verfügung gestellt und der Funkbetrieb aufgenommen. In den 80er Jahren gab es Höhen und Tiefen.
Verschiedene Prozesse, die auf eine Verbesserung der Leistung und der Leitung der FF gerichtet waren, wurden auf verschiedenen Ebenen verhindert bzw. verzögert.
Mit dem Ende der DDR stand die FF Rothensee vor ihrer Auflösung.

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Mit der demokratischen Wahl im Kreise der verbliebenen Kameradinnen und Kameraden wurde wieder einmal ein Neuanfang gemacht.
Innerhalb von knapp vier Jahren gab es nicht nur eine Stabilisierung in den Reihen
der Kameradinnen und Kameraden, sondern auch die Ausrüstung verbesserte sich erheblich.
Die Sirenen, ein Relikt aus den 30-ziger Jahren, verschwanden. Sehr zur Freude der Anwohner, für die die Erinnerung, an die mit diesen Sirenen ausgelöster Fliegeralarme, sehr schmerzlich war.
Jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau konnte jetzt über Funkmeldeempfänger zum Gerätehaus beordert werden.
Jede Kameradin und jeder Kamerad der Feuerwehr erhielt eine persönliche Schutzausrüstung nach den neusten Erkenntnissen der Forschung.

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Ein neues Fahrzeug (LF8/6, Typ Mercedes Benz 814 mit dem Aufbau von GFT) mit modernster Ausrüstung, unter anderem mit Rettungsgerät, Notstromaggregat und Sprechfunk, wurde durch die Stadtverwaltung Magdeburg angeschafft.

Das Gerätehaus wurde rekonstruiert, erweitert und modern ausgestattet.
Die Kosten betrugen rund eine Million DM.

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Das TLF16/25 (Typ MAN mit dem Aufbau von Schlingmann) kurz darauf ein MTW (Bus von Ford) ersetzten ältere Einsatztechnik oder wurden zusätzlich zur Verfügung gestellt.




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Die Verpflegungsgruppen der FF-Rothensee und der FF-Olvenstedt wurden gebildet.
Etwas später kam die entsprechende Einsatztechnik, ein Feldkochherd (siehe Technik) und das dazugehörige Zugfahrzeug (Lkw-KatS von Ford) dazu. Das Zugfahrzeug ersetzte den
MTW (Bus), der einer anderen Ortsfeuerwehr zur Verfügung gestellt wurde.

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Wir feierten das 10 -jährige Bestehen unserer Jugendfeuerwehr.
Das Jahrhunderthochwasser im August 2002 brachte uns in den gut 2 Wochen Dauereinsatz positive, und auch einige negative Erfahrungen im Einsatzdienst und Aufgabenbereich der Feuerwehr. Bei der Bewältigung unserer Aufgaben wurden wir durch viele Sponsoren und freiwillige Helfer unterstützt. 

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Wir begannen mit dem Um- und Ausbau unseres Gerätehauses. In der Fahrzeughalle wird in Eigenleistung der Kameraden eine stationäre Lufterhaltung für die Einsatzfahrzeuge eingebaut. 
Eine überdachte Terrasse wurde angebaut und das Innenlager in der Fahrzeughalle erweitert.

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Wir feierten das 110- jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Rothensee.

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Im Ortsteil Rothensee wird die AG "Gemeinwesenarbeit" gegründet, gemeinnützige, ehrenamtliche Aktionen werden gebündelt. Die FF Rothensee ist ein wesentlicher, aktiver Bestandteil dieser Arbeitsgruppe.

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Im März des Jahres 2006 gründet sich der Förderverein Rothenseer Feuerwehr e.V. Er hat fortan seinen Sitz im Gerätehaus der FF Rothensee. Der Förderverein unterstützt die FF Rothensee bei zahlreichen Aufgaben und ermöglicht viele Anschaffungen zur Verbesserung der Einsatz-, Arbeits- Ausbildungsbedingungen.

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In diesem Jahr wird das Gerätehaus ein weiteres Mal umgebaut. In Eigenleistung wird eine Wand zwischen Schulungsraum und Teeküche versetzt. Die Teeküche wird zu einer richtigen Küche vergrößert, wodurch sich die Einsatzbedingungen für die Verpflegungsgruppe entscheidend verbessern. Durch den Förderverein werden die meisten Baumaterialien, neue Küchenmöbel und ein neuer Großgasherd finanziert.

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Seit diesem Jahr gibt es zwei neue Abteilungen bei der FF Rothensee. Die Kinderfeuerwehr hat sich am 10.01.2008 gegründet. Einige Monate später bildet sich die Wettkampfgruppe aus einigen Kameraden der aktiven Einsatzkräfte.
Im Herbst wird durch die LHS Magdeburg mit dem Anbau einer weiteren Fahrzeughalle begonnen, die neue Unterstellmöglichkeit für den Lkw- KATS und die Feldküche.
Hinter dem Gerätehaus wird ein Ballfangzaun errichtet, um den Parkplatz und das Volleyballfeld voneinander zu trennen.
Wir feiern das 115- jährige Bestehen unserer Feuerwehr mit einem "Tag der offenen Tür".

 

(Ergänzung folgt!)


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